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19.06.2015

Manager für den Neuaufbau

Im betriebswirtschaftlichen Sinn ist die Krise eine Situation, in der die Existenz des Unternehmens bedroht oder dessen Fortbestand unsicher ist. Gerade in solch einer besonderen Lage kann Interim-Management das richtige Instrument sein. Von YURDA BURGHARDT

Rund 30 Prozent aller Interim-Einsätze liegen im Bereich der Krisenbewältigung und Restrukturierung. Diese Zahl überrascht nicht, wenn man die Vorteile betrachtet, die der Einsatz eines externen Managers mit sich bringt.

Interim-Manager fokussieren das Problem und seine Lösungen, anstatt sich mit der Frage zu beschäftigen, wer die Krise verursacht hat – also den 'Schuldigen' zu finden. Anstatt damit wertvolle Zeit zu verschwenden, kann sich der Manager von Beginn an voll und ganz auf das Problem konzentrieren. Nachhaltige Lösungen werden erst durch eine gänzlich neue Perspektive möglich. Denn nur mit einer veränderten Sichtweise können bisher gewohnte Muster und gewachsene Prozesse aufgebrochen werden und neue Ideen entstehen. Der Blickwinkel des externen Managers lässt ungeahnte und ungewohnte Möglichkeiten für den Neuaufbau des Unternehmens zu.

Ein objektiver Blick führt zum Ziel
Der Interim-Manager bewegt sich frei von internen Strukturen und konzentriert sich dabei auf seine konkrete Aufgabe. Er verfolgt keine Karriereambitionen und hat auch keine Seilschaften im Unternehmen. Der Manager ist unvoreingenommen und für ihn existieren keine unantastbaren Bereiche. Das Fehlen dieser psychologischen Hemmschwelle ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in der Bewältigung von Krisensituationen. Weder Schatten der Vergangenheit noch der Zukunft trüben seinen Blick. Der Interim-Manager hat als einziges persönliches Motiv die Aufgabenstellung. Nach getaner Aufgabe verlässt er das Unternehmen. Diese „Freiheit“ führt zu sachlichen und optimalen Lösungen.

Akzeptanz und Vertrauen sind die Basis
Ideen und Veränderungen eines externen Managers werden von den Mitarbeitern eher akzeptiert als die des eigenen Managements. Häufig ist das Vertrauen in die „alte“ Geschäftsführung gestört, da die Belegschaft den internen Managern Mitschuld vorwirft.
Der Interim-Manager erlebt in der Regel kein ablehnendes Verhalten, sondern wird als jemand wahrgenommen, der als Held noch zum Heilsbringer werden kann - er wird rasch zum Hoffnungsträger. Seine Objektivität schafft Motivation und beflügelt zu einer neuen Atmosphäre. Die Mitarbeiter sind angespornt und aktivieren Energien und gestalterische Kräfte. Der externe Manager ist krisenerprobt und verfügt über langjähriges krisenspezifisches Erfahrungswissen. Das verleiht ihm Souveränität und einen entspannten Umgang mit Problemen.

ZUR PERSON
Yurda Burghardt ist Geschäftsführerin der Kerkhoff Interim GmbH. Die Tochtergesellschaft der Kerkhoff Group besetzt Managementpositionen unter anderem in den Bereichen Einkauf und Supply Chain Management, Lean Management sowie Prozessoptimierung.