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03.05.2013

Eine der wichtigsten Stellschrauben für den Unternehmenserfolg

Interview mit Gerd Kerkhoff, Geschäftsführer von Kerkhoff Consulting

Herr Kerkhoff, im Zuge der vergangenen Wirtschaftskrise haben viele Unternehmen ihre Wertschöpfungs- und Logistikprozesse unter Renditegesichtspunkten verändert. Der Trend ging zu sogenannten Single-Sourcing-Strategien oder der Optimierung des Working Capital. Wie schätzen Sie solche Maßnahmen ein?

Kerkhoff: Im Rahmen der Optimierung des Working Capital binden Unternehmen so wenig Kapital wie möglich im Wertschöpfungsprozess, um eine größtmögliche Bankenunabhängigkeit zu erreichen. Kurz: Sie gestalten Bestände so, dass möglichst wenig Geld für den Produktionsprozess benötigt wird. Von daher sicherlich eine vorzügliche Maßnahme, um sich nicht nur in Krisen schlanker aufzustellen. Vor dem Hintergrund der Kreditklemme am Kapitalmarkt ist die Working-Capital-Optimierung meiner Meinung nach ein hervorragendes Instrument, um finanziell unabhängiger zu sein.

Das Single-Sourcing hingegen hat eine Kehrseite: Wenn der einzelne Lieferant, aus welchen Gründen auch immer, eine wirtschaftliche Schieflage nicht übersteht, ist auch der Unternehmer in seinem Produktionsprozess gefährdet. Sie erinnern sich vielleicht: Einige der ersten Unternehmen, die in der Krise Insolvenz angemeldet haben, waren Automobilzulieferer - unter anderem ein Produzent von Bremsbelägen. Bestimmte Autohersteller erhielten diese ausschließlich von besagter Firma. Infolge konnten einige Modelle zeitweise nicht mehr ausgeliefert werden, weil die Autohersteller keinen zweiten Lieferanten für die Bremsbeläge hatten. So eine Abhängigkeit versucht man natürlich nach so einer Erfahrung zu vermeiden und greift zum Double- oder Multiple Sourcing.

Wie kann modernes Einkaufsmanagement zum Unternehmenserfolg beitragen?

Kerkhoff: Modernes Einkaufsmanagement legt wie gesagt großen Wert auf die Optimierung des Working Capital. Gleichzeitig kauft man möglichst günstig ein und kann damit einen großen Deckungsbeitrag entstehen lassen. Der Einkauf ist in den meisten Branchen einer der größten Kostenblöcke und somit die wichtigste Stellschraube für den Unternehmenserfolg.

Für welche Unternehmen kann es interessant sein, sich zum Thema Einkaufsoptimierung beraten zu lassen?

Kerkhoff: Grundsätzlich ist es branchenübergreifend interessant, das Optimierungspotenzial im Einkaufsbereich durch externe Spezialisten prüfen zu lassen. Der Einkauf wurde lange betriebswirtschaftlich unterschätzt. Es wird aber zunehmend erkannt, wie wichtig er für den Unternehmenserfolg ist. Ein Berater kann die betriebswirtschaftliche Funktion deutlich optimieren. Nicht nur im Hinblick auf die Konditionen, sondern auch auf die Organisation und Prozessintegration. Das heißt, dass der Einkauf in den gesamten Wertschöpfungsprozess besser eingebunden ist. Eine solche Beratung schlägt sich in Euro und Cent nieder.

Welche Herausforderungen sind für Unternehmen im Bereich Einkauf momentan aktuell?

Kerkhoff: Die Herausforderung im Einkaufsbereich liegt speziell darin, die dort tätigen Menschen auf die globalen Veränderungen vorzubereiten. Mitarbeiter müssen "mitgenommen" werden, also durch entsprechende Projekte so geschult werden, dass sie diese Entwicklungen optimal meistern können. Als Beratungsgesellschaft mit Fokus auf dem Einkauf unterstützen wir Unternehmen seit vielen Jahren dabei, sich hier stetig besser aufzustellen. Ziel sollte sein, professionelle Einkäufer, Kostenanalytiker, Prozessdesigner, etc. auszubilden.