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11.06.2019

Deutschlands Top-Berater für Einkauf in Firmen plant seine Nachfolge

Neben Gerd Kerkhoff wird ab August Frank Wiethoff als Vorsitzender in der Geschäftsführung der Kerkhoff Group wirken. Der Gründer schätzt an dem Manager dessen Bodenständigkeit.

München Sein Spitzname verpflichtet: „Captain Kerk“. Wie der Kommandant der TV-Serie „Raumschiff Enterprise“ will auch Gerd Kerkhoff, 61, stets Kontrolle über den Kurs haben. Und so navigiert der Eigentümer einer Düsseldorfer Unternehmensberatung nun mit einer neuen Nachfolgelösung in die Zukunft.

Neben dem Gründer wird von August an Frank Wiethoff, 50, als Vorsitzender in der Geschäftsführung der auf Einkaufsfragen spezialisierten Kerkhoff Group (Umsatz: fast 30 Millionen Euro) wirken. Die Arbeitsteilung in der Doppelspitze sieht so aus, dass sich Kerkhoff um Netzwerk und strategische Partnerschaften kümmert, der Neue hingegen um die operative Führung. Die Strategie der Zukunft ist die Sache beider.

Die tiefere Wahrheit der Operation ist, dass Wiethoff schon zum Start einen Anteil in zweistelliger Höhe übernimmt. Falls er bei den 110 Mitarbeitern einschlägt, ist er als künftiger Allein-CEO und Großgesellschafter gesetzt. Kerkhoff, der mit Frau und Teilhaberin Stefanie am Tegernsee wohnt, hat den Vorsatz, in zwei Jahren dem Chef-Sein zu entweichen. Auf sich selbst blickt der Diplom-Kaufmann als „Mr. Mittelstand“ für den Mittelstand, zur Klientel gehören Krone, Warsteiner oder Voith.

Jobwechsler Wiethoff hat sich zuletzt – seit 2013 – in ähnlicher Funktion gewähnt: als Ostdeutschland-Chef der Berater und Wirtschaftsprüfer von KPMG. Am Standort Berlin, aber auch im ganzen Bundesgebiet kümmerte er sich um neue Mittelständler, um Start-up-Betriebe. In seinen 24 KPMG-Jahren war der Betriebswirt aus dem Rheinland auch in Köln, New York und Düsseldorf aktiv.

Dorthin kehrt er nun zurück, auch um eine Business-Software der Kerkhoffs zu pushen. Im Einkauf sei Digitalisierung das Topthema, so der CEO in spe. Kerkhoff wiederum preist an Wiethoff dessen „Bodenständigkeit“, es komme ein „neuer Motor“ ins Unternehmen. Jetzt muss „Captain Kerk“ nur noch sanft landen.

Autor: Hans-Jürgen Jakobs
Handelsblatt GmbH
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