test
28.11.2017

Das sind Deutschlands beste Unternehmensberater

In Deutschland gibt es 16.000 Beratungsfirmen. Aber welche sind ihr Geld wert? Zum neunten Mal zeichnet die WirtschaftsWoche die besten Unternehmensberatungen aus.

Es läuft immer nach dem gleichen Muster: Zuerst entdeckt die Führung eines Unternehmens ein Problem. Mal läuft es schlecht in der Produktion, mal mies im Vertrieb, im Kern geht es jedoch immer um zwei Punkte: Entweder das Unternehmen nimmt zu wenig ein, oder es gibt zu viel aus. Doch egal, wie bedrohlich die Lage, wie unzufrieden die Angestellten, wie planlos die Führungsebene: Berater sollen es richten, wenn Manager nicht mehr weiterwissen.

An Auswahlmöglichkeiten mangelt es hierzulande nicht. 2016 boten in Deutschland mehr als 115.000 Unternehmensberater in über 16.000 Beratungsfirmen ihre Dienste an. Aber welche sind ihr Geld wirklich wert?

Diese Frage steht im Zentrum des Wettbewerbs Best of Consulting. Zum insgesamt neunten Mal zeichnet die WirtschaftsWoche die besten Beratungsprojekte aus, und zwar in verschiedenen Kategorien: Wettbewerbsstrategie, Finanz- und Risikomanagement, Marketing und Vertrieb, Personal-, Supply-Chain- und IT-Management...

Freuen durften sich auch die Berater von Kerkhoff Consulting, sie gewannen den ersten Platz in der Kategorie Supply-Chain-Management.

Die Sieger der Kategorie Supply-Chain-Management

Platz 1: Kerkhoff Consulting
Platz 2: DHL Consulting
Platz 3: Höveler Holzmann

Raus aus dem Silo

Der Nahrungsmittelproduzent Agrana wollte seine Lieferkette verändern – und nutzte dafür auch Lego-Bausteine.

Das Unternehmen kannte Dirk Schäfer schon lange, aber die Komplexität war ihm neu: Der österreichische Nahrungsmittelproduzent Agrana, Hersteller von Zucker, Stärke und Fruchtzubereitungen, 8600 Mitarbeiter an 55 Produktionsstandorten weltweit, wollte eine Abteilung umbauen. „Es ging um eine Effizienzsteigerung quer durch das ganze Unternehmen“, sagt Schäfer, Vorsitzender der Geschäftsführung von Kerkhoff Consulting mit Hauptsitz in Düsseldorf.

Im Fokus, das war den Beratern und der Geschäftsführung jedoch rasch klar, stand die Lieferkette. Jahrzehntelang hatte sie gut funktioniert. In der Vorproduktion wurde aus Kartoffeln oder Mais Stärke gewonnen, um sie hinterher für verschiedene Kunden weiterzuverarbeiten – die Abnehmer finden sich vor allem in der Nahrungsmittelindustrie. Doch Schäfer merkte: Die Kapazitäten in der Herstellung waren am Limit, ein Wachstum nicht mehr möglich. Und dem Berater wurde klar: Sein Kunde muss die gesamte Wertschöpfungskette neu aufstellen, um mehr zu produzieren, schneller auf Kundenwünsche zu reagieren und dabei stets eine hohe Qualität zu garantieren. Über die angestrebte Höhe der Einsparungen waren sich das Kerkhoff-Team und die Agrana-Verantwortlichen schnell einig, doch die Herausforderung lauerte im Detail: 676 einzelne Verbesserungen waren am Ende nötig. Hier wurde die Produktion optimiert, da ein neues IT-System installiert, dort an der Logistik gebastelt. Dazu gehörte, einige Mitarbeiter buchstäblich aus ihren Silos herauszubringen. Denn vielen Angestellten war zu Beginn nicht klar, warum jahrelang etablierte Strukturen plötzlich umgeworfen wurden.

Lernen mit Legos
So entstand eine sogenannte Lernfabrik. Zuerst bei Kerkhoff in Düsseldorf, dann in den österreichischen Werken von Agrana. An mehreren Tischen wurden die wichtigsten Stationen der Produktion in Lego-Technik-Größe nachgebaut, vom Silo über Förderbänder hin zu der Auslieferung.

Klingt verspielt, führte aber zum Ziel. Nach und nach konnten die Mitarbeiter die Folgen einer verspäteten Anlieferung selbst erleben. Auch für den Berater war das Projekt „der Startschuss für eine neue Art von Arbeit“, sagt Schäfer.

Früher wurden die auf Einkauf und Verbesserung der Lieferkette (Supply Chain Management) spezialisierten Kerkhoff-Berater häufig für klar abgegrenzte Projekte bei Kunden eingesetzt – nach drei oder höchstens sechs Monaten war die Checkliste abgearbeitet. Jetzt dauern die Projekte länger und gehen häufig weiter, ohne absehbares Ende. Agrana wiederum hat sich von den Kerkhoff-Ideen ebenfalls inspirieren lassen. Das Unternehmen führt die neue Organisation mit eigenen Mitarbeitern jetzt auch in anderen Produktionslinien ein. Die Kerkhoff-Berater sind als Moderatoren und Unterstützer weiter dabei. Genau so wie die Lernfabrik.

Auszug aus den Online-Seiten der WirtschaftsWoche